War ich Samstag aus dem Krankenhaus entlassen worden, mit Johannes, und es war die Tage vorher sowie nachher extrem heiß.
Zuhause lag ich mit ihm erst einmal nur im Bett. Ich konnte mich kaum bewegen wegen der Schmerzen "untenrum". Dazu noch die Hitze, es war echt ätzend! Vor allem weil ich mir einen abbrach, damit Johannes endlich mal durch das Stillen satt wurde und länger als eine halbe Stunde am Stück schlief. War er endlich eingeschlafen, konnte ich nicht aufstehen, geschweige denn mich in eine Schlafposition bewegen, in der Angst er würde aufwachen.
Im Krankenhaus hatte das Stillen schon nicht geklappt und auf dieser klapprigen, quietschenden Liege, die ich dort hatte, war an Aufstehen oder ruhigem Schlafen gar nicht zu denken. Ständig wurde Johannes vor Hunger wach und ich musste ihn mit Müh und Not aus dem Babybalkon zu mir holen, und trotzdem klappte das Trinken nicht, weil er immer einschlief an der Brust.
Dieses Hin und Her ging zuhause leider weiter und ich war quasi mind. eine Woche am Stück ohne ausreichend Schlaf. Dann noch meine Blutarmut und Eisenarmut, die mich nah an Schwindel und Ohnmacht brachten. Hinzu (oder gerade deswegen) kam eine olle Wochenbettdepression und ich war fertig mit der Welt. Ständig fragte ich mich: "Wie haben die das nur früher gemacht?", "Wie kann man heutzutage nur Kinder in diese schreckliche Welt setzen?", "Gott, ich verpasse alles, die Welt geht draußen ohne mich weiter!", "Was hab ich getan?!"....
Ich kann heute z.B. im Fernsehen keine Neugeborenen mehr sehen oder junge Mütter, die ihr schreiendes Kind im Arm halten. Ich muss wegschalten, weil ich den Anblick und die Geräusche irgendwie nicht ertragen kann. Was nicht heisst, dass ich Babys schrecklich finde. Nee, nee. Wahrscheinlich ist das nur noch zu nah an mir dran. Ebenso kann ich mir nicht vorstellen, jetzt mit einem zweiten Kind schwanger zu sein. No way! Es hat mich mindestens sechs Monate gebraucht, damit ich mich an Johannes und er sich an uns gewöhnt, dabei ist er ein "leichtes" Kind.
Von der körperlichen Komponente ganz zu schweigen. Letztendlich wurde alles besser, als ich anfing, Johannes künstliche Milch zu geben. Endlich konnten er und wir schlafen und das Wichtigste: er nahm zu, statt ab.
Die Geburt, die ich hatte, kann man als Traumgeburt bezeichnen: kurz, keine Schmerzmittel - weil kaum Schmerzen.
Über die Geburt macht man sich als Schwangere große Gedanken und hat vielleicht Angst. Aber was danach kommt, ist manchmal viel anstrengender. Vor allem beim ersten Kind. Man macht sich Gedanken, ist unsicher, will alles richtig machen (für´s Kind). Ich habe zuhause gleich Bücher gewälzt, als ich Probleme mit dem Stillen hatte. Nach ca. 2 Wochen habe ich die weggelegt und nie wieder angesehen. Irgendwann "lässt man locker" und lässt alles auf einen zukommen.
So war es jedenfalls bei uns.
Gruß Nicole,
die sich früher immer Zwillinge gewünscht hat.
(gottohgottgottohgottOHGOTT!)